Aktuelles

Orgelkonzerte auf Sebastian-Orgeln: 

 

82. Sieker Orgelmusik

23. April 2017, 18°° Uhr in der Friedenskirche Siek

 Luther und die Jubilare der Orgelmusik

an der Orgel Prof. Ernst-Erich Stender, Lübeck

 

Nach einem fulminanten Auftakt in das Luther-Jahr 2017 wird die Reihe der Sieker Orgelmusiken  mit einem weiteren Konzert fortgesetzt: Orgelmusik der Jubilare Oliver Messiaen (25. Todestag) und Louis Vierne (80. Todestag) sowie Kompositionen zu Liedern des Jubilars Luther stehen auf dem Programm der 82. Orgelmusik. Kirchenmusikdirektor  Prof.  Ernst-Erich Stender, ehemaliger Organist an St. Marien, Lübeck, weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt als Meister der Interpretation von Großwerken aus allen Epochen der Orgelmusik, spielt am Sonntag nach Ostern um 18.00 Uhr an der Sebastian-Orgel in der Sieker Friedenskirche. In seinem Programm stehen Kompositionen von Dietrich Buxtehude und Bach zu Lutherliedern, Auszüge  aus „Livre du Saint Sacrement“   erklingen als musikalischer Kontrast in der modernen Tonsprache Olivier Messiaens. Höhepunkt und Abschluss zugleich ist das romantische Großwerk von Louis Vierne, die Symphonie Nr. 4 g-Moll op. 32. Vierne war Titularorganist an Notre Dame in Paris und gilt als letzter Vertreter der französischen Orgelromantik, mit seinen Orgelsymphonien setzt er die Tradition seines Lehrers Widors fort. Ein musikalischer Leckerbissen, der die Klangvielfalt der Orgel zu voller Geltung bringt.

Besuchern der Sieker Orgelmusiken ist Prof. Stender mit seinen überaus anspruchsvollen, aber auch unterhaltsamen Programmen bereits ein Begriff. Sein Repertoire umfasst die wesentlichen Werke vom Barock bis zur Moderne. Wiederholt interpretierte er das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude. Zahlreiche CD-Einspielungen dokumentieren seine Vielseitigkeit. Stenders Interpretationen wurden mit dem "Preis der deutschen Schallplattenkritik" und dem "Deutschen Schallplattenpreis" gewürdigt. Seine Diskographie wird jährlich um einige Neuproduktionen reicher, die Musikkritik spricht von ihm als "organistisches Ereignis besonderer Art" und als Organisten "von höchstem künstlerischen Rang".  Die 82. Sieker Orgelmusik beginnt am 23.April, um 18.00 Uhr, der Eintritt ist frei, am Ausgang wird eine Spende zur Fortsetzung der Reihe erbeten. Die Kirchengemeinde freut sich auf ein zahlreiches Publikum

 

 

 
 
 
Syburger Sonntagsmusiken
weitere Informationen zur Orgel in Syburg

Sieker Orgelmusiken

Hauptkirche St.Trinitatis Altona

Ev.-luth. Kirche Münchehagen

 

 

 

Bericht über den Umbau und die Renovierung der Ott-Orgel

in der Nicolai-Kirche in Borstel bei Sulingen

2014

 

Bericht aus der MK kreiszeitung.de vom  27.10.2014 (Sulingen)

 

 

Borstel: Kirchengemeinde investiert knapp 25000 Euro in Orgel-Renovierung

Monate „ohne“ sind vorbei

Blick in das Manualpfeifenwerk. Rechts die neuen Prinzipal- und Mixturpfeifen

 

Borstel - Acht Monate war die Kirchengemeinde Borstel „ohne“, jetzt klingt die Orgel wieder – laut Christine Wolters besser als je zuvor. Am Freitagabend kann sich die Gemeinde davon überzeugen: Die Sankt-Nicolai-Organistin stellt das Instrument im Rahmen eines Dankgottesdienstes am Reformationstag (Beginn Freitag um 18 Uhr) vor.

Die Orgel wurde 1960 von dem Göttinger Orgelbauer Paul Ott gefertigt, mit der aktuellen Renovierung war Orgelbaumeister Claus Sebastian aus Geesthacht beauftragt. Er nahm das gesamte Pfeifenwerk auseinander, reinigte das Orgelinnere von Staub und Schmutz, überprüfte die Dichtigkeit der Pfeifenstöcke und der Windanlage, kontrollierte die Stimmvorrichtungen, richtete Aufhängungen und mechanische Teile und befestigte sie neu.

 Auf seiner „To-do-Liste“ stand außerdem die Erhöhung der Aufschnitte der Pfeifen, um sie grundtöniger und mischungsfähiger zu machen.

Eine besondere Herausforderung für den Orgelbaumeister war der zusätzliche Einbau des Registers Prinzipal 8‘. In Kombination mit dem bereits vorhandenen Prinzipal 4‘ (überwiegend als Frontpfeifen) und der von der umgebauten und teilweise erneuerten Mixtur 2‘ (Klangkrone der Orgel) könne man auf dem relativ kleinen Instrument jetzt einen Klang erzeugen, „der einer Orgel mittlerer Größe gleichkommt.“

Im Pedal setzte er ein weiteres neues Register (Holzflöte 4‘) aus Eichenholzpfeifen mit Deckblättern aus Schweizer Birnbaum ein. Es ermöglicht das Spielen einer Melodiestimme, etwa für Choralvorspiele von Johann Sebastian Bach.

Optisch erstrahlt das Instrument in neuem Glanz: Die Manualklaviatur wurde abgeschliffen und mit neuen Obertastenbelägen versehen, die Pedalklaviatur überarbeitet: Schadhafte Teile wurden ersetzt, störendes „Klappern“ gehört der Vergangenheit an. „Der Klang ist warm und voll und die Register sind trotz ihrer charakteristischen Färbung gut mischungsfähig“, schwärmt Christine Wolters. Der Gottesdienst am Freitag wird für sie persönlich ein musikalisches Highlight ihrer knapp 25-jährigen Tätigkeit als Organistin in Borstel sein.

2005 hatte der Orgelrevisor Wolfgang Westphal die Notwendigkeit der Restaurierung festgestellt – als Erhaltungsmaßnahme. Die Kosten beliefen sich auf 24722,25 Euro. Die Landeskirche gewährte einen Zuschuss von 30 Prozent, den größten Teil finanzierte die Kirchengemeinde selbst. „Die Spendenbereitschaft war großartig“, sagte Pastor Tobias May, „17302,25 Euro kamen im Laufe der letzten Jahre an Kollekte für die Reinigung und Überarbeitung der Orgel zusammen.“

Christine Wolters hat für den Abendmahlgottesdienst am Reformationstag Werke ihrer Lieblingskomponisten Johann Pachelbel und Johann Sebastian Bach ausgewählt. Zusammen mit Jan Bockhop (Geige) spielt sie zwei Sätze aus einer Sonate von Georg Philipp Telemann. Christine Wolters: „Dabei wird sich zeigen, dass unsere Orgel auch ein hervorragendes Begleitinstrument ist.“

mks  

 

 

 

 

Orgelneubau in der ev.-luth. Kirche Münchehagen

Fertigstellung 2013

 

Die Ortschaft Münchehagen befindet sich in Niedersachsen, ca. 20 km westlich vom Steinhuder Meer.

In der Ortsmitte an der Bundesstraße 441 liegt die ev.-luth. Kirche, die zum Kirchenkreis Stolzenau-Loccum gehört.

Der Grundstein des heutigen Gebäudes wurde 1713 auf dem baufällig gewordenen Ersatzbau einer 1615 von Söldnern zerstörten Vorgängerkapelle gelegt.

Die Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach renoviert. Zuletzt in den Jahren 1995 bis 1997, wobei das Fenster in Altarraum wieder geöffnet wurde. Das Altarbild mit den zwei Flügeltüren wurde von dem Maler Petzold aus Berlin geschaffen und stellt im Mittelteil die Erscheinung des Auferstandenen am See Genezareth dar.

 

Der erste Orgelbauvertrag datiert vom Mai 1882, der zwischen dem Kloster Loccum und der Orgelbaufirma  Furtwängler & Söhne in Elze geschlossen wurde. Dieses Instrument erhielt 8 Register auf einem Manual und eigenständigem Pedal und war als Brüstungsorgel konzipiert. Der Spieltisch befand sich seitlich am Gehäuse.
 
Im Laufe der Jahrzehnte musste diese Orgel, hervorgerufen durch Feuchtigkeitsschäden mehrfach repariert und überholt werden, sodass die Gemeinde im Jahre 1962 durch die Firma Hammer (Hannover) eine neue Orgel erhielt. Dieses Instrument hatte ebenfalls 8 Register auf einem Manual und eigenständigem Pedal. Der Spieltisch befand sich an der Rückfront. Diese Orgel war aus verschiedenen Gründen ebenfalls abgängig, sodass man sich Ende der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts für ein neues Instrument entschied.
 
Laut Orgelbauvertrag vom 9. Januar 2008 erhielten wir den Auftrag zum Bau einer einmanualigen Orgel mit eigenständigem Pedal und 14 Registern.
 
DISPOSITION:    
     
Manual C - c'''' : Pedal C - f ':  
     
Prinzipal 8' Subbass 16 ' aus der Vorgängerorgel  
Metallgedackt 8' Gedackt 8'  aus der Vorgängerorgel  
Gambe 8'    
Oktave 4'    
Blockflöte 4'    
Flageolet 2'    
Quinte 1 1/3'    
Scharff 2 fach 1'    
Krummhorn 8'    
Bourdon 16' ab h' Tremulant im Diskant  
Quinte 5 1/3' ab h' Koppel: Manual / Pedal  
Terz 3 1/5' ab h' Manualschleifenteilung bei b' / h'  
 
Der Aufstellungsort in der Mitte der Empore war kirchenarchitektonisch vorgegeben und lässt den Klang der Orgel optimal in den Raum abstrahlen. Der Spieltisch ist mittig als offene Spielanlage in der Vorderfront des Orgelgehäuses untergebracht.
Die Form des Gehäuses, aus massivem Kiefernholz gefertigt, orientiert sich an den Vorbildern des 18. Jahrhunderts. Durch die schlichte Gestaltung soll ein Bezug zur Neuzeit hergestellt werden. Im Stil des historischen Orgelbaus der Barockzeit präsentiert sich die Technik im Inneren des Instrumentes. Die Spieltraktur und das Regierwerk sind überwiegend aus gut abgelagertem Eichen-, Spruce- und Buchenholz angefertigt.
Die Metallpfeifen sind aus einer hochwertigen Zinn-Bleilegierung hergestellt. Die beiden Pedalregister sind aus der Vorgängerorgel übernommen und aufgearbeitet worden. Sie sind aus Eichenholz gefertigt.
Die Disposition der Orgel in Münchehagen, mit ihrer Schleifenteilung im Manual und dessen Tonumfang von C - c '''' stellt eine Besonderheit in der Orgellandschaft Niedersachsens dar.
Die Bass- und Diskantregisterzüge der einzelnen Register sind derart angeordnet, dass der Spieler sie mit einem Handgriff betätigen kann.
Durch den höher liegenden Schleifenteilungspunkt bei b' / h' und den Einbau eines Bourdon 16' ab h' ist es möglich, die Cantusfirmusstimmen von Chorälen und kleineren Orgelliteraturstücken ( z.B. Clérambault) ohne klangliche Brüche zu spielen. Die Manualklaviatur ist bis c'''' ausgebaut, sodass die rechte Hand oktavierend in der 8' Lage spielen kann. Dieses Instrument bildet eine gute Alternative zur zweimanualigen Orgel und ist vom Preis her sehr günstig, da die Kosten für eine zweite Manualklaviatur samt Spieltraktur, Koppelanlage und Windkasten eingespart werden.
 
Am 3. Advent 2013 wurde die Orgel in einem feierlichen Gottesdienst durch den Loccumer Abt Herrn D. Horst Hirschler und dem Gemeindepastor Herrn Wolfram Braselmann geweiht.
Der Gemeindeorganist und Kantor Herr Ulrich Behler führte das Instrument mit klangvollen Registrierungen in Improvisation und Choralbegleitung vor.
 
In einer Konzertreihe, die Anfang des Jahres 2014 beginnt, werden renommierte Organisten die technischen Möglichkeiten und die klangliche Vielfalt dieser Orgel vorführen.
 
OBM Claus Sebastian
 

 

Die Bilder wurden von Herrn Ulrich Behler und Rolf Sebastian zur Verfügung gestellt.
 

Aufbau der Orgel in der Werkstatt

Prospektgehäuseteil

   

Manualwindlade

 

Uli Rudloff - bei der Gehäusemontage

- beim Spieltischeinbau

   

- bei der Trakturmontage

Regierwerk

   

Pfeifeneinbau nach dem Gehäuseanstrich

Pfeifeneinbau 1

   

Pfeifeneinbau 2

Pfeifeneinbau 3

   

OBM Claus Sebastian bei der Intonation

Prospektpfeifen

   

Registerzüge links

Registerzüge rechts

   

Prinzipal 8' Cs-Seite tiefe Oktave

Organist Ulrich Behler Silvester 2013


 

 

Lieferung einer gebrauchten Übungsorgel für das

Conservatório de Música do Porto in Portugal

Fertigstellung 2013

 
Am 3. Dezember 2012 erhielten wir den Auftrag zur Lieferung einer zweimanualigen gebrauchten Übungsorgel mit eigenständigen Pedal. Nach 20-jähriger Wartezeit wurde für Orgelprofessor Paolo Alvim endlich der Wunsch wahr, eine Pfeifenorgel für das Konservatorium anzuschaffen. In den Jahren davor erhielten die Studenten ihre Ausbildung an einem elektronischem Instrument.
 
Die Orgel, ein Instrument aus unserem Gebrauchtorgelbestand, hat folgende Disposition:
 
1. Manual C - f ''' 2. Manual  C - f '''
Rohrflöte  8' Quintadena 8'
Prinzipal  4' Blockflöte  2'
Quinte  1 1/3'  
   
Pedal  C - f '''  
Subbass 16' Koppeln: II / I, I / Ped., II / Ped.
Choralbass  4'  
 
Die Orgel wurde von der Firma A. Führer aus Wilhelmshaven vor ca. 55 Jahren gebaut.
Wir haben das Instrument technisch und klanglich in der Werkstatt überholt.
 
Am 6. Mai 2013 besuchten Prof. Alvim und sein Kollege André Neves Bandeira mit einem befreundeten Pfarrer unsere Werkstatt, um die Orgel zu besichtigen und zu spielen.
In den darauf folgenden Tagen zeigte ich unserem Besuch die von uns gebauten Orgeln in der St. Thomaskirche, Geesthacht   und in der Friedenskirche in Siek, die von den beiden Organisten meisterhaft gespielt wurden.
 
Am 31. Mai wurde die Übungsorgel von uns in einen Container verladen und per Schiff von Hamburg nach Porto transportiert.
Am 13. Juni konnte Uli Rudloff die Orgel in Porto in Empfang nehmen und das Instrument im Konzertsaal des Konservatoriums installieren.
Nach 20-jähriger Wartezeit freuen sich Prof. Alvim und sein Kollege Bandeira auf den Unterricht an einer echten Pfeifenorgel mit mechanischer Spieltraktur.
 
OBM Claus Sebastian
 

Uli Rudloff beim Gehäuseaufbau 1

Gehäuseaufbau 2

   

 

 

Bearbeitung  des Pedalwellenbrettes

Eingebautes Pedalwellenbrett

   

Die eingebaute Manualwindlade

Neubelegung des Magazinbalges

   

 

 

Einbau des Regierwerkes

Anschluss der Manualspieltraktur

   

 

 

Ausgebaute Manualklaviatur

Eingebauter Spieltisch

   

Pfeifeneinbau

OBM Claus Sebastian bei der Nachintonation

   

Die Quintadena 8' auf der Intonierlade

Organist David Robertson aus Geesthacht beim Probespielen

   

Prof. P. Alvim beim Probespielen

André Neves Bandeira an der Orgel in der Friedenskirche Siek

 

Uli Rudloff mit den Besuchern aus Portugal vor seinem Wohnwagen

 

 
 

"Pipe - organ meets electronic sounds"

Einbau einer "Midi - out - Schnittstelle" in die Ott-Orgel der Ev. Martin-Luther-Kirche

in Bremen-Blumenthal

2013

 

Von November 2011 bis April 2012 haben wir die Ott-Orgel in der Martin-Luther-Kirche renoviert. Das Instrument hat 24 Register, 2 Manuale, Pedal und ist vollmechanisch konzipiert.
Neben den üblichen Revisionsarbeiten, wie z. B. Reinigung der Orgel und Neubefilzung der Spielventile, wurde die Orgel eingehend nachintoniert. Aus der Quintade 16' im Hauptwerk entstand durch die Erhöhung der Aufschnitte ein Bourdon 16'.
Diese Tätigkeiten sollen aber nicht vorrangig in diesem Beitrag beschrieben werden, sondern das Besondere unserer Arbeiten, nämlich der Einbau einer Midi-out-Schnittstelle in die Orgel.
 
Anlässlich des 15-jährigen Dienstjubiläums des Organisten und Kantors Andreas Kettmann hatte dieser sich vom Kirchenvorstand diese zusätzliche elektronische Klangvariante gewünscht.
Zunächst wurden unterhalb der Manual- und Pedaltasten optoelektronische Schalter montiert. Zusätzlich mussten an die Manual- und Pedaltasten regulierbare Kontaktbleche angebracht werden, die beim Herunterdrücken der Tasten die Lichtbögen in den optoelektronischen Schaltern unterbrechen (Prinzip einer Lichtschranke). Die Kontaktbleche können durch Schrauben individuell reguliert werden, um eine präzise und verzögerungsfreie Ansprache zu gewährleisten.
Am Spieltisch wurden in das Mittelbrett über den Manualklaviaturen drei Digitalanzeigen mit Bussystem
Kanalwahl 1 - 16 für die Manuale und das Pedal eingebaut. Neben diesen drei Digitalanzeigen wurde jeweils ein Leuchtdrucktaster montiert, mit dem man die einzelnen Werke getrennt einschalten kann. Zusätzlich erhielten die einzelnen Digitalanzeigen noch Stufenschalter, die in 16 Positionen einrasten.
Im Orgelinneren wurden auf einer Grundplatte 6 Midi-Eingangsplatinen montiert. Diese Eingangsplatinen werden von den 3 Stufenschaltern sowie den 3 Leuchtdrucktastern angesteuert. Auf dieser Grundplatte befindet sich außerdem ein Adapter für die Digitalanzeigen und eine Midi-CPU-Platine für Midi-out.
Das Midi-out Kabel haben wir links vom Spieltisch aus dem Gehäuse geführt. Hier hat Herr Kettmann eine "Korg - Triton - Workstation" aufgestellt. Die Ausgabe erfolgt über eine Yamaha -Verstärkeranlage an die Lautsprecher.
 
Im Rahmen eines kleinen, internationalen Orgelfestivals in Bremen-Blumenthal am 18. September 2013 stellte Herr Kettmann den interessierten Zuhörern die neuen Klangmöglichkeiten der Orgel mit Improvisationen vor.
 

Verlöten der optoelektronischen Schalter

Montage der optoelektronischen Schalter auf ein Grundbrett

   

verkabelte optoelektronische Schalter

optoelektronische Schalter auf der Manualklaviatur

   

Kontaktbleche mit Regulierschrauben für die optoelektronischen Schalter

Eingangsplatinen mit optoelektronischen Schaltern in der Werkstatt vorbereitet

   

Einbau der Manualtasten mit den Kontaktblechen

Eingangsplatinen, Adapter und Midi-CPU-Plantine für Midi-out

   

Digitalanzeigen mit Leuchtdruckschaltern und drehbaren Stufenschaltern

Workstation und Verstärker

 

Kantor und Organist Andreas Kettmann

 

 

 

Renovierung der Kleuker-Orgel in der
Hauptkirche St. Trinitatis in Hamburg-Altona
2010/2011

Disposition:

Hauptwerk

Schwellwerk

Positiv

Pedal

Gedacktpommer 16'

Liebl. Gedackt 16'

Gedackt 8'

Prinzipal 16'

Prinzipal 8'

Prinzipal 8'

Quintade 8'

Subbass 16'

Rohrflöte 8'

Koppelflöte 8'

Prinzipal 4'

Quinte 10 2/3'

Oktave 4'

Weidenpfeife 8'

Rohrflöte 4'

Oktave 8'

Blockflöte 4'

Oktave 4'

Sesquialtera2-fach

Gemshorn 8'

Quinte 2 2/3'

Offenflöte 4'

Oktave 2'

Choralbass 4'

Oktave 2'

Nasat 2 2/3'

Quinte 1 1/3'

Hohlflöte 4'

Mixtur 6-fach 1 1/3'

Septnone 1 1/7'+8/9'

Scharffzimbel 4-fach 2/3'

Bauernflöte 2'

Zimbel 3-fach 1/3'

Cornett III-V

Bärpfeife 8'

Hintersatz 4'

Dulcian 16'

Scharffmixtur 5-fach 2'

 -Tremulant-

Posaune 16'

Trompete 8'

Fagott 16'

 

Trompete 8'

 

Franz. Oboe 8'

 

Trompete 4'

 

- Tremulant-

 

 

                                                                                                                                            45 Register

Koppeln:

I/P, II/P, III/P, II7I, III/I, III/II

Spieltraktur:

mechanisch

Registertraktur:

elektrisch

Spielhilfen:

4 freie Kombinationen, 1 freie Pedalkombination, Crescendowalze, Walze ab

Ladensystem:

Schleifladen

 

Die Hauptkirche St. Trinitatis steht in unmittelbarer Nähe des Hamburger Hafens am Fischmarkt in Altona.

Äußerlich ist dem barocken Kirchenbau mit seinem wunderschönen schlanken Turm die Totalzerstörung durch Fliegerbomben des 2. Weltkrieges im Juli 1943 nicht anzusehen. In den Jahren 1963-1969 wurde die Kirche unter der Leitung der Architekten Horst Sandmann und Friedhelm Grundmann wieder aufgebaut.

Die barocke Inneneinrichtung konnte nicht rekonstruiert werden. Es entstand ein schlichtes Kreuztonnengewölbe unter dessen Zentrum der Altar steht.

Hinter dem Altar erstreckt sich im Halbrund eine ca. 2 Meter hohe Holzbrüstung (Entwurf des Bildhauers Peter Dreher aus Freiburg) mit der Chor- und Orgelempore.

Im Jahre 1972 erhielt die St. Trinitatiskirche eine neue dreimanualige Orgel der Firma Kleuker. Das Instrument besitzt 45 Register mit mechanischer Spieltraktur und elektrischem Regierwerk.

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Störungen im technischen und klanglichen Bereich der Orgel, sodass eine Renovierung unumgänglich wurde. Von November 2010 bis Juli 2011 haben wir das Instrument grundlegend überholt. Die Intonationsarbeiten wurden durch Orgelbaumeister Claus Sebastian ausgeführt. Mit der Montageleitung und der Durchführung der technischen Arbeiten war der Orgelbauer Uli Rudloff betraut. Bei der technischen Montage und der anschließenden Intonation war der Orgelbauer Rolf Sebastian maßgeblich beteiligt.

Während der Arbeiten haben wir immer einen Teil der Orgel spielbar gehalten. Unter anderem wurden die elektrischen Registerzugmotore, sowie alle sonstigen elektrischen Relais und Schaltfunktionen überprüft, überarbeitet und teilweise erneuert.

In den Spieltrakturen wurden die Balancierbälgchen (Spielhilfen) neu beledert und wieder funktionsfähig gemacht. Die Spielventile wurden mit einer hochwertigen Filz-Lederbeschichtung versehen.

In den Haupt- und Pedalwindladen bestand schon seit langem starker Winddruckabfall, der sich negativ auf die Stimmung der Orgel ausgewirkt hatte. Hier wurden die Hauptventildichtungen der Windladen erneuert.

Ein großer Teil der Arbeitszeit wurde auf die Nach- bzw. Umintonation der Pfeifenregister verwendet. Die Orgelpfeifen sind durch die Erbauerfirma überwiegend solide verarbeitet worden. So wiesen zum Beispiel die Prospektpfeifen vom offenen Prinzipal 16' keinerlei Ausbeulungen im Fuß- und Labiumbereich auf.

In Absprache mit dem Organisten Herrn Jonas Kannenberg haben wir die Weidenpfeife 8' im Schwellwerk als Schwebung gestimmt, sodass auch romantische Orgelmusik stilecht interpretiert werden kann. Die Pfeifen des Registers Septnone im Schwellwerk waren in den vorhergehenden Jahrzehnten teilweise stillgelegt worden. Dieses Register haben wir wieder in den Originalzustand versetzt, sodass auch zeitgenössische Orgelmusik auf dem Instrument interpretiert werden kann.

Die acht Zungenregister der Orgel wurden eingehend überholt, die Stimmvorrichtungen wieder gangbar gemacht und jede Pfeife im Rahmen der Intonationsarbeiten auf gute Stimmhaltung nachintoniert. Am Ende unserer Arbeiten stand dann eine umfassende Generalstimmung der Orgel.

Unser Dank für eine gedeihliche und angenehme Zusammenarbeit gilt ganz besonders Herrn Pastor Fridetzky, dem Gemeindesekretär Herrn Seebauer, den beiden Organisten Herrn Kannenberg und Herrn Schiefner und dem Sachverständigen Herrn Dr. Walter, der dieses Orgelbauprojekt beratend begleitet hat.

Zur "Nacht der Kirchen" am Sonnabend den 27.September 2011 wurden die vielfältigen Klangmöglichkeiten der wieder hergestellten Kleuker-Orgel in einem ersten Konzert von den beiden Organisten hervorragend vorgeführt.

Am 2. Advent erklang das Instrument in einem festlichen Gottesdienst, in dem allen Spendern gedankt wurde.

 

Claus Sebastian
Orgelbaumeister

Ausgebaute Registerzugmotore

Reparatur des Hauptventils der Hauptwerkswindlade

Überarbeitung des dreimanualigen Spieltisches

Kehlen und Zungen des Fagott 16' aus dem Hauptwerk

Claus Sebastian beim Intonieren einer Subass 16' - Pfeife

Uli Rudloff beim Einbrennen von Leitstiftlöchern in die neu befilzten Spielventile

Claus Sebastian beim Vorintonieren

Uli Rudloff beim Neubeledern eines Balancierbälgchens

Rolf Sebastian beim Transport einer Pfeife des Oktavbass 8' in die Orgel

Ausbau des tiefen C's vom Prinzipal 16' im Pedal


 

Eine neue Orgel für die DRK-Augusta-Schwesternschaft in Lüneburg

Erbaut  2010

Disposition:

Rohrflöte  8'

Prinzipal  4'

Blockflöte  4'

Flageolet  2'

Quinte  1 1/3'

Tonumfang:

Manual: C - g'''
mit angehängtem Pedal: C - f'
Die DRK-Augusta-Schwesternschaft wurde 1875 in Breslau/Schlesien mit der finanziellen Unterstützung der preußischen Kaiserin Augusta gegründet. Nachdem die Aufgaben immer mehr angewachsen waren, entschloss man sich 1885/86 ein eigenes Hospital zu bauen, das nach der Förderin, der Kaiserin Augusta benannt wurde. Das Augusta-Hospital beherbergte auch das Mutterhaus der Schwesternschaft.

Nach den Wirren des zweiten Weltkrieges und der Enteignung in Breslau haben sich fünf Schwestern mit ihrer Oberin in Lüneburg angesiedelt und über einen Gestellungsvertrag mit der Stadt Lüneburg die Ausbildung an der Schule für Pflegeberufe übernommen. Diese gute Zusammenarbeit besteht auch heute noch.

Aus dem Mutterhaus in Lüneburg entwickelte sich im Laufe der Jahre das Alten- und Pflegeheim der Augusta-Schwesternschaft, das nach dem letzten Um- und Erweiterungsbau 1999  78 Bewohnern ein Heim bietet, das den modernen Anforderungen gerecht wird.

Inzwischen ist die Augusta-Schwesternschaft Lüneburg unter der Leitung ihrer Oberin Frau Börner-Gleiß auf 270 Mitgliedsschwestern und 70 angestellte Mitarbeiter angewachsen. 120 Schwestern sind im städtischen Klinikum eingesetzt, andere arbeiten im ambulanten Pflegedienst und im schwesternschaftseigenen Alten- und Pflegeheim. An der Schule für Pflegeberufe am städtischen Klinikum bildet die Schwesternschaft derzeit 40 Schülerinnen aus.

Zur Tradition der Schwesternschaft gehört aber auch die Zusammenkunft aller Generationen zu verschiedenen Anlässen im Laufe des Jahres. Es finden Gemeindenachmittage, Gottesdienste, Andachten und die Aussegnung der verstorbenen Bewohner und Mitgliedsschwestern im Veranstaltungsraum, der liebevoll "Wohnzimmer" genannt wird, statt. 

Hier war auch immer eine kleine Pfeifenorgel in Betrieb, die in den vergangenen Jahren immer schlechter spielbar war. Auf Initiative von Frau Börner-Gleiß wurde in den letzten zweieinhalb Jahren durch verschiedene Veranstaltungen und Spendenaktionen für die neue Orgel gesammelt.

So konnten wir Ende April 2010 mit dem Einbau des neuen Instrumentes beginnen.

Das Orgelgehäuse ist aus massivem Eichenholz gefertigt und orientiert sich an den Vorbildern des 18. Jahrhunderts. Durch die kastenförmige, symmetrische Anordnung der einzelnen Pfeifenfelder soll ein Bezug zur Neuzeit hergestellt werden. Im Stil des historischen Orgelbaus des Barockzeitalters präsentiert sich die Technik im Inneren des Instrumentes. sowie die Aufstellung der sichtbaren und aller anderen 280 Pfeifen. Der Spieltisch mit seiner Manualklaviatur und den 30 Pedaltasten ist zentral im Orgelgehäuse angeordnet. Von hier führen alle Register- und Spieltrakturverbindungen über Winkel, Wellen und Hebel auf kürzestem Wege waage- und senkrecht an die entsprechen Ventile und Registerschieber in die Orgel hinein.

Für die Anfertigung der mechanischen Teile wurde gut abgelagertes Eichen-, Spruce- und Buchenholz verwendet. Diese Bauart begünstigt eine leichte und präzise Spielart des Instrumentes. Die Metallpfeifen sind aus einer hochwertigen Zinn-Blei -Legierung hergestellt. Die Holzpfeifen wurden aus Kiefernholz gefertigt.

In einem feierlichen Festgottesdienst am 9. Juni 2010 wurde die Orgel durch Pastor Ingo Reimann mit originalem Jordanwasser geweiht.

 

Spieltischbau

Gehäusebau

Gehäusemontage 1

Gehäusemontage 2

Uli Rudloff, Rolf Sebastian, Frau Börner-Gleiß, Frau Krüger  (v. l.)

 

Frau Börner-Gleiß beim ersten Probespiel


 

 
Einbau eines neuen elektronischen Regierwerkes
in die Kleuker-Orgel der St. Nikolaikirche in Burg auf Fehmarn
2010

 

 

Von Januar bis Ende März 2010 haben wir an den beiden Spieltischen der Orgel neue Registrierungseinrichtungen eingebaut. Die Orgel besitzt einen fest installierten Spieltisch am Hauptgehäuse mit einer mechanischen Spieltraktur und einem elektrischen Regierwerk. Unten im Kirchenschiff befindet sich zusätzlich ein fahrbarer, elektrischer Spieltisch.

 

 

 

Jetzt erhielt dieses Instrument neue Registerdrücker aus Grenadill und Einschaltknöpfe für die neue elektronische Setzeranlage mit mehreren tausend Registrierfunktionen. Die alte Registeranlage stammte aus dem Jahre 1975, als die Orgel erbaut wurde. 

Der fahrbare Spieltisch wurde grundlegend überarbeitet und mit einem Bus System ausgestattet. Dieses System ist modular aufgebaut. Wie in einem Computer lassen sich die Funktionen der verschiedenen Schaltoperationen programmieren. Die Spieltischdaten werden mittels eines Computerkabels über das Bus System an die Windladen weitergeleitet.

Das neue Verbindungskabel zwischen Orgel und Spieltisch ist wesentlich dünner und flexibler als bei herkömmlichen fahrbaren Spieltischen. Es hat eine Länge von 30 m, so dass man den Spieltisch an verschiedene Stellen im Kirchenschiff fahren kann. Diese Möglichkeiten sind z. B. sehr hilfreich beim Begleiten des Chores oder für Aufführungen mit Orgel, Chor und Orchester. Am 16. Mai 2010 wurde die renovierte Orgel in einem festlichen Orgelkonzert von dem Kantor und Organisten der Burger St. Nikolaikirche Herrn Johannes Schlage der Gemeinde vorgestellt.

 

Das neue Registertableau

 

 

Der fahrbare Spieltisch mit Tableau

Einbau der Manualtasten nach der Neuverdrahtung

Die neue Ton- und Registerschaltung


Orgelneubau in der
Auferstehungskirche Reppenstedt
Fertigstellung 2007

Disposition:

Hauptwerk  C - g ''' Schwellwerk  C - g '''
Prinzipal  8' Metallgedackt  8'
Rohrflöte  8' Gambe  8'  C-H mit Gedackt  8' zusammen-
Oktave  4'                     geführt
Blockflöte  4' Rohrflöte  4'
Oktave  2' Flageolet  2'
Mixtur  1  1/3'  4-fach Quinte  2  2/3'
Trompete  8' Terz  1  3/5'
Quinte  1  1/3'
Scharff  1'  2-fach
Tremulant
Pedal  C - f '
Subbass  16'
Gedackt  8' Koppeln: II / I, II / Ped., I / Ped.
Oktave  4'      Transmission aus dem HW
Trompete  8' Transmission aus dem HW

Die Disposition entstand in Zusammenarbeit mit dem Orgelrevisor Herrn Reinhard Gräler, den Organistinnen Frau Almut Schacht, Frau Börner-Gleiß und dem Orgelbaumeister Claus Sebastian.
Die technische Anfertigung und Montageleitung lag in den Händen von Uli Rudloff. Rolf Sebastian wirkte bei der technischen Montage und der anschließenden Intonation mit.
Der Orgelprospektentwurf, die Bauzeichnungen, die Mensurierung der Pfeifen sowie die Intonationsleitung wurden durch Orgelbaumeister Claus Sebastian ausgeführt.

Der Einweihungsgottesdienst fand am Sonntag den 20. Mai 2007 um 10 Uhr statt.
Musikalisch wirkten mit: Die Organistin der Auferstehungskirche Frau Almut Schacht, die Solo-
trompeterin der Lüneburger Sinfoniker Frau Rita Akenau-Sanden und der Kantor und Organist der Lüneburger St. Michaeliskirche Herr Dr. Tobias Gravenhorst.

Uli Rudloff beim ersten Mauerdurchbruch für die Balgkammer

Uli Rudloff beim Anfertigen eines Wellenrahmens 1

 

Uli Rudloff beim Anfertigen eines Wellenrahmens 2

 

Linke Staffelei und Regierwerk

 

Transport der HW-Windlade auf die Empore

 

Uli Rudloff und Rolf Sebastian bei der Montage der SW-Windlade

 

Einbau der HW-Windlade

 

Gehäusemontage 1

 

Gehäusemontage 2

 

Rolf Sebastian bei der Gehäusemontage 3

 

Gehäusemontage 4

 

Uli Rudloff und Rolf Sebastian bei der Gehäusemontage 5

 

Uli Rudloff und Rolf Sebastian bei der Gehäusemontage 6

 

Uli Rudloff und Rolf Sebastian bei der Gehäusemontage 7

 

OBM Claus Sebastian bei der Vorintonation

 

OBM Claus Sebastian beim Aufdrehen einer Stimmrolle

 

Ofen und Brenneisen

 

Uli Rudloff beim Erhitzen der Brenneisen

 

Uli Rudloff beim Einrastrieren einer Pfeife mittels eines Brenneisens

 

Trompete 8' nach der Einrastrierung

 

Uli Rudloff beim Einrastrieren des Subbass 16'

 

Uli Rudloff bei der Montage einer Schwellertür

 

Gehäuse ohne Prospekt

 

Rolf Sebastian beim Einbau der Prospektpfeifen 1

 

Rolf Sebastian beim Einbau der Prospektpfeifen 2

 

Spieltisch mit geöffneter SW-Windlade

 

Blick vom Spieltisch auf einen Wellenrahmen und Abstrakten

 

Blick durch das Regierwerk seitlich auf den Spieltisch

 

Windlade mit geöffnetem Spunddeckel


Orgelneubau in der Friedenskirche Siek
Fertigstellung 2006

Prospektgestaltung:

Architekt Prof. Bernhard Hirche, Hamburg

Die Kirche in Siek, zunächst ein Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert, wurde in der Mitte der fünfziger Jahre umgebaut.

Zu diesem Zeitpunkt wurde das Mauerwerk durch große Feldsteine ergänzt und eine hölzerne Kassettendecke eingezogen. Ebenso wurde eine Betonempore gebaut, die sich leider als akustisch ungünstig für die Kirchenmusik erwies.

Deshalb entschloss sich die Kirchengemeinde Siek auf Anraten ihres Organisten Herrn Henning Bergmann dieses akustische Problem vorrangig in einen Kriterienkatalog aufzunehmen.

Es entstand ein Orgelkonzept, das für uns als Orgelbauer insofern sehr reizvoll und interessant war, da es galt, ein Instrument zu bauen, das freischwebend vor die vorhandene Empore gesetzt werden sollte.

Der Hamburger Architekt Prof. Bernhard Hirche entwarf das Gehäuse und den Umbau der Empore. Dabei wurde die wuchtige Betonbrüstung entfernt und durch ein unauffälliges Eisengitter ersetzt. Ohne Stützpfeiler konnten die beiden Orgelgehäusekörper mit Hilfe einer Stahlkonstruktion vor die vorhandene Empore gebaut werden.

Im linken Orgelgehäuse befindet sich das Hauptwerk und im vorderen Bereich die  Cs-Lade  des Pedals. Das rechte Gehäuse enthält das Schwellwerk mit der davorgesetzten  C-Lade des Pedals. Der Spieltisch steht , mittig angeordnet, hinter den Orgelgehäusen. Durch den die Gehäuseteile trennenden Zwischenraum besteht Blickkontakt in den Altarraum. Ergänzend ist im Spieltisch ein Monitor eingebaut, über den sich mit einer Kamera der Altarraum gut einsehen lässt. Die Gehäuseseiten und -rückwände sind mit senkrechten Lamellen versehen, sodass die Organisten auch am Spieltisch einen optimalen Klangeindruck des Instrumentes haben.

Die Bauzeichnungen, die Mensuren der Pfeifen und die Intonation wurden durch Orgelbaumeister Claus Sebastian ausgeführt. Mit der Montageleitung und der Anfertigung der mechanischen Spiel- und Registertrakturen war der Orgelbauer Ulrich Rudloff betraut. Bei der technischen Montage und der anschließenden Intonation war der Orgelbauer Rolf Sebastian maßgeblich beteiligt.

Die Disposition der Orgel wurde in Zusammenarbeit des Orgelbausachverständigen Herrn Kirchenmusikdirektor Hans-Martin Petersen mit dem Organisten Herrn Studiendirektor Henning Bergmann erstellt. Sie ermöglicht die Darstellung aller Orgelwerke vom Barock über die Romantik bis zur Moderne.         

Claus Sebastian

Orgelbaumeister


Disposition:

Hauptwerk C - g''' (2.Manual) Schwellwerk C -  g''' (3.Manual)
Prinzipal  8' Bourdon  16'
Rohrflöte  8' Hohlflöte  8'
Oktave  4' Salicional  8'
Spitzflöte  4' Vox coeleste  8'
Quinte  2  2/3' Prinzipal  4'
Oktave  2' Traversflöte  4'
Mixtur  1  1/3'  4  fach Nasard  2  2/3'
Trompete  8' Flageolet  2'
Terz  1  3/5'
Pedal C - f' Quinte  1  1/3'
Subbass  16 Trompette harm.   8'
Prinzipalbass  8' Hautbois  8'
Gedackt  8'
Choralbass  4' Tremulant
Posaune  16'
Trompete  8'
1. Manual = Koppelmanual
Koppeln: II / Ped., III / Ped., II / I  ab
Spieltrakturen für die Manuale, das Pedal und die Koppeln mechanisch, in Holzbauweise
Registratur und Spielhilfen elektrisch
Setzerkombinationen (2.048) elektronisch

 

 

 

 

Transport des Spieltisches auf die Orgelempore

Orgelunterkonstruktion aus Stahlträgern

Spieltraktur Manual und Pedal

 

 

Gehäuseaufbau

Rolf Sebastian bei der Vorintonation des Holzgedackt 8'

 

Gehäuseaufbau

Uli Rudloff beim Einrastrieren von Pfeifen

Gehäuseaufbau

 

 

 

 

OBM Claus Sebastian beim Zulöten einer Pfeife der Rohrflöte 8'

Pfeifen im Hauptwerk

Orgel Rück- und Seitenansicht

 

   

Sieker Orgelmusiken

2017

an der
Sebastian-Orgel
in der Friedenskirche
 
500 Jahre nach der Reformation
Lutherlieder in verschiedenen musikalischen Gewändern

 

81. Sieker Orgelmusik
19. Februar 2017, 18.00 Uhr
"Verleih uns Frieden gnädiglich"    Werke verschiedener Komponisten zum Lutherlied
Wolfgang Baumgratz, Bremen, Orgel

 

82. Sieker Orgelmusik
23. April 2017, 18.00 Uhr
Werke von Buxtehude, Bach u. a.
Ernst-Erich Stender, Lübeck, Orgel

 

83. Sieker Orgelmusik
Gottesdienst zu Luthers Pfingstliedern
Pfingstsonntag, 4. Juni 2017 10. 30 Uhr
Gedanken und Orgelwerke
Pastor Christian Schack
Henning Bergmann, Orgel

 

84. Sieker Orgelmusik
11. Juni 2017, 18.00 Uhr
Wolfgang Zerer, Musikhochschule Hamburg, Orgel

 

85. Sieker Orgelmusik
16. Juli 2016 18.00 Uhr
Philip Crozier, Orgel
St. James United Church, Montreal, Kanada

 

86. Sieker Orgelmusik
3. September 2017, 18.00 Uhr
Gerard Gillen, Irland, Orgel

 

87. Sieker Orgelmusik
24. September 2017, 18.00 Uhr
Werke von Buxtehude ("Nun freut euch, lieben Christen g'mein"), Händel, C.P.E. Bach, Bonis u. a.
Johannes Geffert, Köln, Orgel - Ulrike Friedrich, Flöte

 

88. Sieker Orgelmusik
29. Oktober 2017, 10.30 Uhr
Gottesdienst zum Reformationslied
"Ein feste Burg ist unser Gott"
Gedanken und Orgelwerke zum Lutherlied
Pastor Christian Schack
Henning Bergmann, Orgel

 

89. Sieker Orgelmusik
31. Oktober 2017, 18.00 Uhr
Johann Sebastian Bach: III. Teil der Clavierübung
Simon Hettwer, München, Orgel

 

90. Sieker Orgelmusik
19. November 2017, 18.00 Uhr
Improvisationen zu Lutherliedern und Werke verschiedener Komponisten
Hans-Jürgen Kaiser, Dom zu Fulda, Orgel

 

91. Sieker Orgelmusik
17. Dezember 2017, 18.00 Uhr
"Nun komm, der Heiden Heiland" Werke von Bach u. a.
Henning Bergmann, Orgel

 

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Aus der Werkstatt:

Wir haben eine Truhenorgel fertig gestellt, die eine Besonderheit in klanglicher und technischer Ausführung darstellt. Die Spieltraktur ist wie bei allen unseren Truhenorgeln als Stechermechanik angelegt. Die Bass- und Diskantregisterzüge der einzelnen Register sind derart angeordnet, dass der Spieler sie mit einem Handgriff betätigen kann.

 
Disposition:
Rohrflöte 8´
Gedacktflöte 4´
Prinzipal 2´
Bourdon 16´    ab h´
Quinte 5 1/3´   ab h´
Terz 3 1/5´      ab h´
Manualumfang: C - c´´´´
Schleifenteilung bei b´/h´
Stimmung: Werkmeister III

Gehäuse aus Eichenholz, gewachst
Maße(B,T,H): 1,38m x 0,78m x 0,90m